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Neben den binären gibt es auch unäre Operatoren, die nur einen Operanden verlangen. Stellvertretend seien hier die Operatoren »<« und »>« genannt. Für diese Operatorengruppe ändert sich die Syntax wie folgt:
Abgeschlossen wird eine Operatorüberladung mit End Operator. Wenn Sie eine Klasse um Methoden zur Operatorüberladung erweitern, sollten Sie folgende Punkte berücksichtigen:
In der folgenden Tabelle sind alle Operatoren aufgeführt, die in einer Klasse oder Struktur überladen werden dürfen.
Einige Operatoren können nur paarweise überladen werden. Wollen Sie zum Beispiel den Vergleichsoperator »=« überladen, müssen Sie auch den Operator »<>« überladen. Damit erzwingt Visual Basic eine konsistente Prüfung auf Übereinstimmung und Nichtübereinstimmung. Nicht alle Operatoren sind überladungsfähig. So können Sie den Zuweisungsoperator »=« nicht überladen, ebenso wenig AndAlso, OrElse und New. Für die beiden Operanden dürfen Sie nicht ByRef, Optional oder ParamArray angeben. 7.1.2 Beispiel einer Operatorüberladung
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| Public Shared Function IsBigger(ByVal obj1 As GeometricObject, _ |
| ByVal obj2 As GeometricObject) As Boolean |
| If (obj1.GetFlaeche() >= obj1.GetFlaeche()) Then |
| Return True |
| End If |
| Return False |
| End Function |
| Dim kreis1 As Circle = New Circle(2) |
| Dim kreis2 As Circle = New Circle(3) |
| If GeometricObject.IsBigger(kreis1, kreis2) Then |
| ... |
| End If |
können wir zweifelsfrei prüfen, welcher der beiden Kreise der größere oder der kleinere ist. Selbstkritisch müssen wir aber auch feststellen, dass der Ausdruck
| If kreis1 >= kreis2 Then |
eher einer üblichen Vergleichsoperation entspricht. Bisher ist diese Vergleichsoperation jedoch nicht möglich, weil sie für Objekte vom Typ der Basisklasse GeometricObject oder in einer der abgeleiteten Klassen nicht definiert ist.
Um dieses Defizit auszugleichen, wollen wir jetzt den »>=«-Operator so überladen, dass er zur Laufzeit auf zwei Objekte vom Typ GeometricObject angewendet werden kann:
| Public Shared Operator >=(ByVal geoObj1 As GeometricObject, _ |
| ByVal geoObj2 As GeometricObject) As Boolean |
| If geoObj1.GetFlaeche() >= geoObj2.GetFlaeche() Then |
| Return True |
| End If |
| Return False |
| End Operator |
Kompilieren wir die so ergänzte Klassendefinition, werden wir einen Compilerfehler erhalten, weil sich ein GeometricObject-Objekt jetzt nicht mehr eindeutig verhält. Wir werden gezwungen, einen weiteren Vergleichsoperator zu überladen, nämlich den, der die Umkehrung der vorher überladenen Vergleichsfunktion beschreibt.
| Public Shared Operator <=(ByVal geoObj1 As GeometricObject, _ |
| ByVal geoObj2 As GeometricObject) As Boolean |
| If geoObj1.GetFlaeche() <= geoObj2.GetFlaeche() Then |
| Return True |
| End If |
| Return False |
| End Operator |
Nach dem anschließenden, jetzt erfolgreichen Kompilieren können wir mit
| Dim kreis1 As Circle = New Circle(6) |
| Dim kreis2 As Circle = New Circle(3) |
| If (kreis1 >= kreis2) Then |
| ' Anweisungen |
| End If |
alternativ zu der von uns implementierten Methode IsBigger Vergleichsoperationen mit Objekten unserer Klasse ausführen.
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Wird aus einer Klasse, die Operatoren überlädt, eine weitere Klasse abgeleitet, vererben sich die überladenen Operatoren an die abgeleitete Klasse. |
Die booleschen Ausdrücke True und False werden durch die beiden Operatoren IsTrue und IsFalse abgebildet. Diese dienen dazu, Operationen wie beispielsweise
| If myObject Then |
| ... |
zu ermöglichen. Diese Bedingungsprüfung ist sinnvoll, wenn der Rückgabewert direkt abhängig von einem Feld ist. Soll außerdem auch noch der Negationsoperator berücksichtigt werden, muss auch der »Not«-Operator überladen werden.
| If Not myObject Then |
| ... |
Die Operatoren IsTrue und IsFalse gehören zu der Gruppe der Operatoren, die man nur paarweise überladen kann. Die Rückgabe ist ein boolescher Wert. Im folgenden Beispiel wird die Überladung aller drei Operatoren gezeigt. Dazu wird festgelegt, dass ein Objekt dann True zu bewerten ist, wenn der Inhalt des objektspezifischen ungleich der Zahl 0 ist.
| ' ---------------------------------------------------------- |
| ' Beispiel: ...\Kapitel 7\True_False_Operator |
| ' ---------------------------------------------------------- |
| Module Module1 |
| Sub Main() |
| Dim myObject As New TestClass |
| myObject.IntValue = 0 |
| If myObject Then |
| Console.WriteLine("Wert ist 0") |
| Else |
| Console.WriteLine("Wert ist ungleich 0") |
| End If |
| Console.ReadLine() |
| End Sub |
| End Module |
| Class TestClass |
| Public IntValue As Integer = 0 |
| ' Überladung des IsTrue-Operators |
| Public Shared Operator IsTrue(ByVal obj As TestClass) As Boolean |
| If (obj.IntValue <> 0) Then |
| Return False |
| End If |
| Return True |
| End Operator |
| ' Überladung des IsFalse-Operators |
| Public Shared Operator IsFalse(ByVal obj As TestClass) As Boolean |
| If (obj.IntValue <> 0) Then |
| Return True |
| End If |
| Return False |
| End Operator |
| ' Überladung des Not-Operators |
| Public Shared Operator Not(ByVal obj As TestClass) As Boolean |
| If (obj.IntValue <> 0) Then |
| Return True |
| End If |
| Return False |
| End Operator |
| End Class |
Die dem Feld zugewiesene Zahl 8 wird
| If (myObject) Then |
| ... |
zu der Anzeige
| Wert ist ungleich 0 |
führen. Benutzen wir im Ausdruck den »Not«-Operator, kehrt sich die Logik natürlich um und führt zu der Ausgabe
| Wert ist 0 |
Stellen Sie sich vor, Sie hätten die Klasse ClassA folgendermaßen definiert:
| Class ClassA |
| Public MyValue As Integer |
| Public Sub New(ByVal int As Integer) |
| MyValue = int |
| End Sub |
| End Class |
Zugegeben, die Implementierung ist äußerst trivial, denn der Typ ClassA enthält nur ein Integer-Feld. Diese Definition könnte dazu verleiten, eine Referenz der Klasse ClassA einer Integer-Variablen wie folgt zuzuweisen:
| Dim obj As New ClassA(34) |
| Dim x As Integer = obj |
Selbstverständlich wird es nur bei einem Versuch bleiben, denn der Compiler stellt eine unzulässige Konvertierung des ClassA-Typs in einen Integer fest und macht das Unterfangen zunichte.
VB 2005 bietet uns jedoch die Möglichkeit, bestimmte Typkonvertierungen zu gestatten. Angenommen unser Ziel sei, das Codefragment tatsächlich einwandfrei zu kompilieren. Dazu müssen wir die Klasse um die Definition einer benutzerdefinierten Konvertierung wie folgt erweitern:
| Class ClassA |
| Public MyValue As Integer |
| Public Sub New(ByVal int As Integer) |
| MyValue = int |
| End Sub |
| Public Shared Widening Operator CType(ByVal obj As ClassA) As Integer |
| Return obj.MyValue |
| End Operator |
| End Class |
Sehen wir uns den Methodenkopf genauer an. Im Vergleich zu einer Methode, die einen Operator überlädt, ist die Definition der Methode zur Typkonvertierung um das neue Schlüsselwort Widening ergänzt. Den Schlüsselwörtern Widening Operator folgt der Operator CType, dessen Parameter ein Argument von dem Typ erwartet, der konvertiert werden soll. Der Rückgabetyp beschreibt den Zieldatentyp der benutzerdefinierten Konvertierung. In unserem Beispiel ist es Integer.
Die allgemeine Syntax der impliziten benutzerdefinierten Typkonvertierung lautet:
| Public Shared Widening Operator CType(Eingabetyp) As Zieldatentyp |
Die Aussage in unserem Beispiel ist also die folgende: Konvertiere ein Objekt vom Typ ClassA implizit in einen Integer.
Im Anweisungsblock der Konvertierungsmethode liefert das Return-Statement das Ergebnis der impliziten Konvertierung, denn um eine solche handelt es sich beim Einsatz des Modifikators Widening. In unserem Fall ist es der Inhalt des Feldes MyValue des Objekts, dessen Referenz die Methode im Parameter empfängt.
Weil ein Integer vom System implizit in einen Long-Typ konvertiert wird, wird jetzt auch das folgende Codefragment fehlerfrei kompiliert:
| Dim a As ClassA = New ClassA(34) |
| Dim x As long x = a |
Die explizite Typumwandlung ist unter Visual Basic 2005 nicht der Standard und muss mit dem Schalter
| Option Strict On |
ausdrücklich erzwungen werden. Nichtsdestotrotz sollten Sie dieser Art der Konvertierung Beachtung schenken und nicht vergessen, beim Testen des folgenden Beispiels den Schalter auch entsprechend einzustellen.
Eine implizite Konvertierung mit Widening bietet sich an, wenn bei einer Konvertierung keine Daten verloren gehen. Dahinter verbirgt sich eine Aufweitung des Typen. Explizite Konvertierungen sind dann einzusetzen, wenn bei der Konvertierung Daten verloren gehen oder verloren gehen könnten. Um das zu demonstrieren, nehmen wir nun an, die Klasse ClassA sei etwas anspruchsvoller:
| Class ClassA |
| Public MyValue As Integer |
| Public MyText As String |
| Public Sub New(ByVal int As Integer, ByVal str As String) |
| MyValue = int |
| MyText = str |
| End Sub |
Wir wollen die Referenz auf ein ClassA-Objekt in einen Integer konvertieren. Es kann uns nichts davon abhalten, weiterhin eine implizite benutzerdefinierte Konvertierung mit Widening anzubieten. Tatsache ist aber, dass uns bei der Typumwandlung Informationen verloren gehen, auch wenn diese vom empfangenden Element nicht benötigt werden – hier ist es das Feld vom Typ String. Legen Sie Wert auf eine stilistisch saubere Programmierung, sollten Sie deshalb eine explizite Konvertierung vorschreiben. Sie vermeiden dadurch außerdem, dass eine implizite Konvertierung automatisch ausgeführt wird, ohne dass der Aufrufer sie gewünscht hat.
Um eine benutzerdefinierte, explizite Typumwandlung zu implementieren, muss das Schlüsselwort Narrowing in der Methodensignatur angegeben werden. Die allgemeine Syntax ähnelt der impliziten benutzerdefinierten Konvertierung:
| Public Shared Narrowing Operator CType(Eingabedatentyp) As Zieldatentyp |
Sehen wir uns dazu das vollständige Beispiel an:
| Class ClassA |
| Public MyValue As Integer |
| Public MyText As String |
| Public Sub New(ByVal int As Integer, ByVal str As String) |
| MyValue = int |
| MyText = str |
| End Sub |
| Public Shared Narrowing Operator CType(ByVal obj As ClassA) _ |
| As Integer |
| Return obj.MyValue |
| End Operator |
| Public Shared Narrowing Operator CType(ByVal obj As ClassA) _ |
| As String |
| Return obj.MyText |
| End Operator |
| End Class |
ClassA beschreibt nun sogar zwei explizite Konvertierungen: in einen Integer und in einen String. Der Operator ist somit überladen. Programmcode, der ein ClassA-Objekt einem Integer zuweisen möchte, würde jetzt zu einer expliziten Konvertierung gezwungen, z. B.:
| Dim obj As ClassA = New ClassA(34, "Hallo Welt") |
| Dim x As Integer = CType(obj, Integer) |
Vorausgesetzt natürlich, Option Strict ist auf On eingestellt. Analog lässt sich mit der Anweisung
| Dim str As String = CType(obj, String) |
eine Referenz vom Typ ClassA auch einer String-Variablen zuweisen, bei der die Zeichenfolgevariable den Inhalt des String-Feldes des Objekts erhält.
Im vorhergehenden Abschnitt war der Zieldatentyp ein einfacher Datentyp. Auf dieselbe Art und Weise kann auch in einen Referenztyp konvertiert werden. Nehmen wir an, es wären die beiden Klassen ClassA und ClassB wie folgt definiert:
| ' -------------- ClassA ---------------- |
| Class ClassA |
| Public MyValue As Integer |
| Public ByBool As Boolean |
| End Class |
| ' -------------- ClassB ---------------- |
| Class ClassB |
| Public Value As Integer |
| Public LngValue As Long |
| End Class |
Unser Ziel sei uns nun, die implizite Konvertierung eines ClassA-Objekts in ein ClassB-Objekt und umgekehrt zu erreichen, um beispielsweise den folgenden Code zu ermöglichen:
| Module Module1 |
| Sub Main() |
| Dim objA As New ClassA |
| objA.MyValue = 4711 |
| Dim objB As ClassB = objA |
| Console.WriteLine("Value = {0}", objB.Value) |
| Console.ReadLine() |
| End Sub |
| End Module |
Würden die beiden Klassen in einer Vererbungsbeziehung stehen und ClassA aus ClassB abgeleitet, wäre die Zuweisung kein Problem, da eine Subklassenreferenz implizit in eine Basisklassenreferenz konvertiert wird. Wie wir wissen, können wir auch die Referenz eines Basisklassenobjekts einer Subklassenreferenz zuweisen, müssen aber die Basisklassenreferenz dabei explizit konvertieren. Der passende Konvertierungsoperator wird uns aufgrund der Vererbungsbeziehung automatisch zur Verfügung gestellt. Die Ausgangssituation zwischen ClassA und ClassB ist in unserem Beispiel eine gänzlich andere und zwingt uns zu einer benutzerdefinierten Konvertierung, entweder implizit oder explizit.
Der Zieldatentyp ist nun ClassB, d. h., dass die Konvertierungsfunktion ein Objekt vom Typ ClassB als Rückgabewert liefert. In der Routine wird deshalb ein neues Objekt dieses Typs erzeugt. Man muss sich jetzt noch überlegen, welche gemeinsamen Merkmale beide Klassen aufweisen. In unserem Beispiel handelt es sich nur um das in beiden Klassen deklarierte Feld vom Typ Integer. Daher wird der Inhalt des Feldes MyValue des ClassA-Objekts dem Feld Value des ClassB-Objekts zugewiesen. Das so initialisierte Objekt wird als Ergebnis der impliziten Konvertierung bereitgestellt.
| ' Konvertierung eines ClassA- in ein ClassB-Objekt |
| Public Shared Widening Operator CType(ByVal obj As ClassA) _ |
| As ClassB |
| Dim bObj As New ClassB |
| bObj.Value = obj.MyValue |
| Return bObj |
| End Operator |
Die Konvertierung eines ClassA- in ein ClassB-Objekt hat Datenverlust zur Folge. Daher ist es besser, anstelle der impliziten eine explizite Konvertierung vorzuschreiben. Dazu muss nur das Schlüsselwort Widening gegen Narrowing ausgetauscht werden:
| ' Konvertierung eines ClassA- in ein ClassB-Objekt |
| Public Shared Narrowing Operator CType(ByVal obj As ClassA) _ |
| As ClassB |
| Dim bObj As New ClassB |
| bObj.Value = obj.MyValue |
| Return bObj |
| End Operator |
Nun wird die Typumwandlung nur über den Konvertierungsoperator erlaubt, führt aber ansonsten zum gleichen Ergebnis wie eine implizite Konvertierung:
| Dim objA As New ClassA |
| objA.MyValue = 4711 |
| Dim objB As ClassB = CType(objA, ClassB) |
Auf der Buch-CD finden Sie die Beispielprogramme ConvertImplicitDemo und ConvertExplicitDemo, welche die implizite und explizite Konvertierung zeigen.
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